vida: Arbeitslose und Pflegebedürftige nicht für Sommerloch-Debatten missbrauchen!

vida-Steinkellner: "Nur qualifiziertes und bestens ausgebildetes Personal kann optimal betreuen“

Wien (OTS) - Scharfe Kritik am Vorschlag arbeitslose Menschen für die 24-Stunden-Betreuung am Land einzusetzen, kommt heute von Willibald Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida: "Das widerspricht allem, was wir seit Jahren fordern. Wir bemühen uns, das Image von Pflege und Betreuung aus dem Status des Ehrenamts und der unbezahlten oder schlecht bezahlten Arbeit herauszubringen! Die Ideen von Sozialrechtsexperten Wolfgang Mazal bedeuten einen Rückschritt und eine Verschlechterung des Pflegesystems.“

Nur qualifizierte Betreuung ist beste Betreuung

Steinkellner betont, dass gute Pflege physisch und psychisch herausfordernd und belastend ist: "Oberstes Gebot muss sein, dass hier Menschen am Werk sind, die qualifizierte Ausbildungen absolviert haben. Wir brauchen Menschen, die wissen was sie tun und Menschen, die diese Arbeit auch gerne machen möchten. Nicht jeder Mensch ist geeignet, Pflege und Betreuung durchzuführen. Es kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein, unqualifizierte und vom AMS zwangsverpflichtete Menschen zu Pflegebedürftigen in die Wohnung zu schicken!“ Völlig offen sind bei Mazals Vorschlag auch die Rahmenbedingungen, so der vida-Gewerkschafter: „Welches Arbeitsverhältnis ist das, bei dem ich 14 Tage vor Ort bleiben muss? Und das wahrscheinlich zu möglichst geringen Löhnen, oder wollen wir die Menschen zwingen, selbstständig zu werden und einen Gewerbeschein zu lösen?“

Uralt-Frauenbilder endlich entsorgen

Entsetzt über Mazals Vorschläge zeigt sich auch Michaela Guglberger, Sekretärin des Fachbereichs Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida: "Es kann doch im Jahr 2017 nicht wirklich sein, dass hier argumentiert wird, dass die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen vor allem eine Chance für junge Frauen im ländlichen Bereich sei. Niemand will zurück ins 18. Jahrhundert, wo Pflege und Betreuung den weiblichen Mitgliedern einer Familie prinzipiell ehrenamtlich überlassen wurden. Was wir für junge Menschen brauchen sind Jobs mit Zukunft!“

Pflegeberuf endlich attraktiver machen

Steinkellner und Guglberger sind sich einig, "dass arbeitssuchende und pflegebedürftige Menschen hier für sinnlose Sommerloch-Debatten missbraucht werden.“ Beide betonen, dass es immer Ziel war und ist, Pflege und Betreuung zu verbessern, sowohl aus Sicht der betreuenden Personen als auch aus Sicht der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen: "Die demographische Entwicklung zeigt ganz klar, dass der Bedarf an Pflege- und Betreuungskräften weiter steigen wird. Um dem Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegenzusteuern, müssen die Berufe attraktiver werden. Populistische Forderungen bringen uns keinen Zentimeter weiter. Wir brauchen einen echten Qualitätssprung bei der Ausbildung auch im Sinne der Patientenzufriedenheit und eine gesetzlich verankerte bundesweit einheitliche Personalbedarfsberechnung!“ 

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Peter Leinfellner
Tel.: 01 53444 79-267 bzw. 0650 36 36 399
E-Mail: peter.leinfellner@vida.at
Internet: www.vida.at



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