ÖGB-Schumann: 12-Stunden-Tag drängt Menschen mit Betreuungspflichten aus dem Arbeitsmarkt

Familienfreundlichkeit sieht anders aus

Wien (OTS) - Dass die Regierung versucht, den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche als familienfreundlich zu verkaufen, stößt bei Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, auf großes Unverständnis: „Maßnahmen, die für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben von zentraler Bedeutung sind und berufstätige Eltern entlasten würden, schiebt man auf die lange Bank, während eine Verlängerung der Arbeitszeit im Eiltempo – ohne ausreichende Begutachtungsfrist – durchgepeitscht werden soll.“ Familienfreundlich wäre es, endlich dafür zu sorgen, dass die Finanzierung des Kindergartenausbaues gesichert und ein Ausbau in allen Regionen rasch vorangetrieben wird.  

„Wie sollen Menschen künftig Betreuungspflichten mit einer 60-Stunden-Woche vereinbaren?“, fragt Schumann. Die Betreuungsstruktur in Österreich erschwert es bereits jetzt vielen Frauen, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Besonders für jene, die zu ihrem Arbeitsplatz eine längere Strecke pendeln müssen, wird die Situation noch schwieriger. „Überlange Arbeitszeiten stellen eine zusätzliche Belastung dar, erhöhen die Unfallgefahr und gefährden die Gesundheit vieler ArbeitnehmerInnen“, betont die ÖGB-Vizepräsidentin. Sie befürchtet auch, dass der Anteil an teilzeitbeschäftigten Frauen noch weiter steigen wird: „Die Kinderbetreuung und die Pflege älterer Angehöriger wird sich unter diesen Bedingungen zukünftig fast nicht mehr organisieren lassen. Der 12-Stunden-Tag benachteiligt alle Menschen, die Betreuungsaufgaben übernommen haben, drängt sie aus dem Arbeitsmarkt und in weiterer Folge in die Altersarmut, von der Frauen schon jetzt besonders betroffen sind.“ 

 „Wir werden entschlossen gegen diesen Raubzug an der Gesundheit, der Freizeit und den Geldbörsen der ArbeitnehmerInnen auftreten. Setzen wir gemeinsam am kommenden Samstag ein Zeichen - für ein positives Leben, eine gerechte Verteilung von Arbeit und gute Arbeitsbedingungen.“ 

+++ SERVICE +++ 

Unbezahlte Überstunden? Mehr als 10 Stunden bei Gleitzeit? Nichts zum Mitreden im Dienstplan? Ärger über den geplanten 12-Stunden-Tag? – Die Hotline steht allen ArbeitnehmerInnen zur Verfügung.

HOTLINE Arbeitszeit - 0800 22 12 00 60
Beratungszeiten von 9 bis 18 Uhr 

Demo „Nein zum 12-Stunden-Tag“ am 30. Juni in Wien – alle Infos, Materialien, Unterlagen: www.neinzum12stundentag.at

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Kommunikation
Amela Muratovic
01/534 44-39262
0664/886 286 52



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