Nationalrat für barrierefreien Informationszugang | Parlamentsdirektion, 31.03.2017

Behördenformulare und -broschüren auch in "leichter Sprache"

Wien (PK) - Durchwegs positiv wurde die Initiative empfunden, künftig barrierefreien Zugang zu Informationen, insbesondere von Sicherheitsbehörden, zu gewährleisten. Dieser Vorstoß von SPÖ und ÖVP wurde im Nationalrat mehrheitlich angenommen. Neben der barrierefreien Gestaltung des Webauftritts des Innenministeriums sollen auch Informationsmaterialien in leichter Sprache formuliert werden, wodurch auch Personen mit Lern- und/oder Sprachschwierigkeiten die Inhalte erfassen können sollen.

Zugang zu Informationen auch Frage der Menschenwürde

Dem Service an der Bürgerin und dem Bürger entspreche es, dass im Bereich der Bundesverwaltung Informationen und Broschüren leichter lesbar und kundenfreundlicher gestaltet werden, hielt Franz Kirchgatterer (S) eingangs fest. Wie Kirchgatterer (S) verwiesen Gerald Loacker (N) und Franz-Joseph Huainigg (V) auf die Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention, die dazu verpflichte. Loacker (N) resümierte, dass die bisherige Zwischenbilanz zum nationalen Aktionsplan mit diesem Antrag neuen Schwung erhalten solle, gebe es doch noch viel zu tun. Geht es nach Harald Troch (S) hätten Verwaltung und Behörden diesbezüglich eine Bringschuld. Er führte das Parlament als positives Beispiel an, dort gebe es bereits Folder zu diesem Themenbereich sowie Angebote in leichter Sprache und eine Vorlesefunktion auf der Website.

Auf das vormittags verabschiedete Erwachsenenschutzgesetz und die Motivationslage, behinderten Menschen größtmögliche Selbstbestimmung zu ermöglichen, verwies ÖVP-Menschenrechtssprecherin Elisabeth Pfurtscheller. Es sei wichtig, Menschen mit Behinderungen, MigrantInnen oder AsylwerberInnen mit Lern- und/oder Sprachschwierigkeiten gerade Behördeninformationen in leichter Sprache anzubieten. Missverständnisse könnten so von vorne herein vermieden werden, ergänzte sie.

Das Erwachsenenschutzgesetz werde auch in leichtverständliche Sprache übersetzt, erläuterte Huainigg (V). Außerdem machte er auf eine APP des Kuratoriums für Journalistenausbildung aufmerksam, die leicht verständliche Informationen und Nachrichten für jedermann anbietet.

Die leichte Leseversion sei ein kleiner Aspekt der Vielfalt von barrierefreier Kommunikation und es sei gut, diesen zugegebener Maßen kleinen Schritt zu gehen, so Helene Jarmer (G). Sie kritisierte allerdings auch, dass bisher lediglich sechs Bundesministerien die Initiative der "leichten Lesbarkeit" aufgegriffen haben. (Fortsetzung Nationalrat) wat

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