„kulturMontag“: Franz West in Paris, „Mephisto“ an der Burg, Emmy Werner wird 80

Außerdem: Neue Doku „Sound-Treck Europa: Österreich – Tradition im Wandel“

Wien (OTS) - Der von Martin Traxl moderierte „kulturMontag“ am 10. September 2018, um 22.30 Uhr in ORF 2 berichtet u. a. über eine Franz-West-Retrospektive im Pariser Centre Pompidou und den nach wie vor anhängigen Rechtsstreit um den Nachlass des österreichischen Ausnahmekünstlers. Weiters blickt die Sendung auf die neue „Mephisto“-Produktion des Wiener Burgtheaters mit Nicholas Ofczarek in der Titelrolle, würdigt Theatermacherin Emmy Werner zum 80. Geburtstag und berichtet über einen neuen dokumentarischen Roman, der sich mit einem Stück verdrängter österreichischer Arisierungsgeschichte befasst.
Anschließend an das Magazin steht die neue Dokumentation „Sound-Treck Europa: Österreich – Tradition im Wandel (23.15 Uhr) auf dem Programm.

Umstrittenes Milliardenvermächtnis: Franz-West-Retro im Centre Pompidou

2012 starb Franz West, um dessen Millionenvermächtnis seither ein juristischer Streit tobt. Das Pariser Centre Pompidou und die Tate Modern in London haben nun die erste Retrospektive des österreichischen Ausnahmekünstlers organisiert. Doch kann die Großschau den Streit um den Nachlass beenden? Irrwitzige Summen flossen bisher in Anwalts- und Gerichtskosten, doch nun herrscht eine Art Waffenstillstand. Noch immer ist das Erbe eines der bedeutendsten und prägendsten bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts letztinstanzlich nicht geklärt. Es hat seinen Grund, dass sich der Kunsthandel bei dieser prestigeträchtigen Ausstellung im Centre Pompidou engagiert: Das Werk von Franz West ist zu einem millionen-, vielleicht sogar milliardenschweren Vermächtnis geworden. Centre-Pompidou-Chefin Christine Macel, der Sammler und Weggefährte Julius Hummel und Roland Grassberger, Neffe und Vorstand der West-Stiftung, kommen im „kulturMontag“ zu Wort.

Erotik der Macht: „Mephisto“ am Wiener Burgtheater

In seinem bekanntesten Roman „Mephisto“ hat Klaus Mann mit der Hauptfigur Hendrik Höfgen den mächtigsten Theatermann des NS-Reichs – den Schauspieler, Regisseur und Staatsrat von Hermann Görings Gnaden, Gustaf Gründgens – skizziert und dadurch einen Skandal heraufbeschworen. Seine messerscharfe wie zeitlose Analyse des ehrgeizigen Schauspielers Höfgen und seiner Gier nach Ruhm und Anerkennung entstand 1936 im Amsterdamer Exil und wurde kurz nach dem Erscheinen als Schlüsselroman gedeutet. Tatsächlich erinnert der Protagonist unverkennbar an Gründgens, der von 1926 bis 1929 mit Manns älterer Schwester Erika verheiratet war. Nach legendären Theaterproduktionen oder István Szabós Verfilmung mit Klaus Maria Brandauer wagt sich Nicholas Ofczarek in einer Neuproduktion des Wiener Burgtheaters unter der Regie des Deutschen Bastian Kraft an die Rolle des politischen Feiglings und haltlosen Opportunisten. Premiere ist am 11. September.

Eine Frau mit Haltung: Emmy Werner wird 80

Die langjährige Direktorin des Wiener Volkstheaters, Regisseurin und Schauspielerin Emmy Werner, feiert am 13. September ihren 80. Geburtstag und legt mit „Als ob sie Emma hießen“ ihre Autobiografie vor. Es ist eine Art Nachbetrachtung eines erfolgreichen Theaterlebens, in dem sich Werner immer wieder für Frauen stark gemacht hat, in politischen, wie gesellschaftspolitischen Fragen energisch und kritisch Position bezogen hat. Seit dem Ende ihrer Volkstheater-Direktion, in der die ehemalige Prinzipalin in 17 Saisonen 200 Premieren allein im großen Haus zu verantworten hatte, meldete sie sich etwa mit einer Inszenierung des „Bettelstudent“ am Landestheater Linz 2006 und des „Bockerer“ am Landestheater Niederösterreich Ende 2007 auf die Theaterbühne zurück. Im vergangenen Jahr inszenierte sie bei den Raimundspielen Gutenstein „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“. Der „kulturMontag“ würdigt die Theaterwütige, die ihrem Credo, bis heute treu ist: „Das Theater werde ich nie verlassen, und das Theater verlässt mich nicht.“

„Wein des Vergessens“: Ein Stück verdrängte Geschichte

Der Journalist Bernhard Herrmann und der Historiker Robert Streibel konnten einen Schatz an Dokumenten sicherstellen, dank derer sie in ihrem Buch „Wein des Vergessens“ eine unglaubliche Geschichte von Verrat und Treue, Liebe und Geschäft, Vernichtung und Verdrängung erzählen. Entstanden ist ein dokumentarischer Roman über die Geschichte und Arisierung der Riede Sandgrube – eines der berühmtesten Weingüter der Wachau. Was passierte nach dem „Anschluss“ und warum wurde diese Geschichte achtzig Jahre nicht erzählt? Mit diesen und anderen Fragen setzt sich der „kulturMontag“ auseinander.

Neue Dokumentation „Sound-Treck Europa: Österreich – Tradition im Wandel“ (23.15 Uhr)

Die so charismatische wie kosmopolitische deutsche Soul-Sängerin Joy Denalane begibt sich für Sound-Treck Europa auf eine spannende musikalische Reise durch Österreich. Ausgehend von einem Treffen mit der Sopranistin Anna Prohaska in Berlin besucht sie dabei entlegene Regionen wie Innervillgraten in Osttirol, um die örtliche Trauermarschkapelle in Kombination mit der Musicbanda Franui zu erleben, und besichtigt das Südtiroler Komponierhäuschen von Gustav Mahler. Danach reist sie weiter nach Wien zum Ensemble Federspiel, zum Quartett Alma und zur Wienerlied-Legende Roland Neuwirth, mit der sie abschließend versucht, die musikalischen Welten in der Improvisation zu vereinen. Die Dokumentation gestaltete Michael Giehmann.

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