Grenzgemeinden und NGOs bringen Lampedusas “Tor Europas” für menschliche und solidarische Migrationspolitik nach Wien

Kunstinstallation wird als Mahnmal aufgebaut – Bürgermeister aus Grenzgemeinden bringen gemeinsam mit NGOs ihre Forderungen an die Politik vor

Wir brauchen endlich eine verantwortungsvolle, solidarische Migrationspolitik, die die Herausforderungen der Grenzgemeinden bedenkt und gleichzeitig die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellt

Julia Weber, Südwind-Mitarbeiterin

In Wien richten wir unsere Forderungen im Besonderen an die neu gewählten NationalrätInnen und die zukünftige Bundesregierung. Wir richten einen starken Appell an alle zukünftigen AmtsinhaberInnen, die Forderungen von den Grenzen der EU ins neue Regierungsprogramm aufzunehmen

Andreas Babler, Bürgermeister Traiskirchen

Im Zusammenschluss aus Grenzgemeinden und NGOs können wir uns besser vernetzen und Erfahrungen austauschen. Als Netzwerk können wir unsere Forderung gegenüber den übergeordneten Stellen auch besser platzieren. Nur so wird es uns gelingen, die Herausforderungen, die Migration mit sich bringt, zukünftig besser zu bewältigen

Johann Lappi, Vizebürgermeister Straß in Steiermark

Wien, 3. Oktober 2019 (OTS) Von Lampedusa bis Traiskirchen und Straß forderten heute, am 3.Oktober 2019, europaweit über 30 Grenzgemeinden eine menschliche und solidarische Migrationspolitik. In einer Flaschenpost brachten die Gemeindevertreter einen Brief des Bürgermeisters von Lampedusa, Salvatore Martello, und ihre Petition nach Wien und in alle 28 Hauptstädte Europas. Am Wiener Platz der Menschenrechte wurde ihr Anliegen durch eine Replik in Originalgröße (5×3 m) des Kunstwerks „Porta dell‘ Europa“ aus Lampedusa verstärkt.

„Wir brauchen endlich eine verantwortungsvolle, solidarische Migrationspolitik, die die Herausforderungen der Grenzgemeinden bedenkt und gleichzeitig die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellt“, erklärt Julia Weber, Südwind-Mitarbeiterin und Mitglied des Bündnisses aus Grenzgemeinden und NGOs, die Aktion.

Gemeinsam fordert das Bündnis die Politik auf, die Bedürfnisse aber auch die Expertise der Grenzgemeinden zu hören und rasche, menschenrechtskonforme und solidarische Lösungen in der Migrationspolitik zu finden:

  • Verantwortung teilen: Die rasche Umsetzung einer kohärenten Migrationspolitik, die sowohl die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner der Grenzgemeinden bedenkt, als auch solidarisch mit Migrantinnen und Migranten ist.
  • Menschlich bleiben: Das Schaffen von sicheren und legalen Möglichkeiten um nach Europa zu gelangen. Nur so kann dem gefährlichen Schleppertum ein Ende gesetzt werden.
  • Europäischer Tag des Gedenkens und Willkommens am 3. Oktober: Der 3. Oktober soll als Gedenktag an die 368 Menschen erinnern, die 2013 vor der Küste Lampedusas ertrunken sind und als Mahnmal für eine solidarische, menschliche Migrationspolitik dienen.

„In Wien richten wir unsere Forderungen im Besonderen an die neu gewählten NationalrätInnen und die zukünftige Bundesregierung. Wir richten einen starken Appell an alle zukünftigen AmtsinhaberInnen, die Forderungen von den Grenzen der EU ins neue Regierungsprogramm aufzunehmen“, fordert Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler. Im Anschluss an die öffentliche Aktion wurden die OrganisatorInnen im Bundeskanzleramt empfangen.

Um ihrem Anliegen auch ein starkes Bild zu verleihen, brachte das Bündnis eine Replik des „Tor Europas“ auf Lampedusa in Originalgröße mit nach Wien und platzierte es am Platz der Menschenrechte. Das Originaltor wurde 2008 vom zeitgenössischen italienischen Objektkünstler und Vertreter der Transavantgarde Mimmo Paladino am Hafen von Lampedusa errichtet zur Erinnerung an die MigrantInnen, die ihr Leben auf See verloren haben.

Anlass für die Aktion war das symbolische Datum des 3. Oktobers. Es erinnert an die 368 Menschen, die 2013 vor der Küste Lampedusas ertrunken sind. Die Kunstinstallation und Präsentation der Forderungen waren Teil einer Aktionsreihe in allen 28 Hauptstädten der EU und folgten kürzlich dem Vorstoß der Bürgermeister von den Grenzgemeinden Lampedusa (IT) und Marsa (MT), die sich mit einem gemeinsamen Aufruf an den EU-Gipfel zur Seenotrettung in Malta wandten. Mit erstem Erfolg: Deutschland, Frankreich, Italien und Malta einigten sich auf ein neues Notfall-System für Seenotrettung. „Im Zusammenschluss aus Grenzgemeinden und NGOs können wir uns besser vernetzen und Erfahrungen austauschen. Als Netzwerk können wir unsere Forderung gegenüber den übergeordneten Stellen auch besser platzieren. Nur so wird es uns gelingen, die Herausforderungen, die Migration mit sich bringt, zukünftig besser zu bewältigen“, fügt Johann Lappi, Vizebürgermeister der Grenzgemeinde Straß in Steiermark, hinzu.

Von der europaweit stattfindenden Aktion in allen 28 Hauptstädten erhofft sich das Bündnis die Verankerung von solidarischer und menschenrechtskonformer Migrationspolitik sowie die Beachtung der Bedürfnisse der Grenzgemeinden in den nationalen Gesetzgebungen der einzelnen EU-Länder.

Fotos stehen ab 13.00 Uhr kostenfrei zum Download zur Verfügung: https://www.suedwind.at/pressefotos/

Link zur Petition: https://www.suedwind.at/handeln/petitionen/3-oktober/

Rückfragen & Kontakt:

Theresa Gral, Südwind-Pressesprecherin, Tel.: +43 1 405 55 15 301 oder +43 650 375 1987, E-Mail: theresa.gral@suedwind.at

Mag.a Irene Kari Öffentlichkeitsarbeit Stadtgemeinde Traiskirchen, Tel. +43 (0) 50355 – 309, E-Mail: irene.kari@traiskirchen.gv.at



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